Gottesdienste und COVID-19

Endlich dürfen wir wieder regelmäßig Gottesdienste feiern. Und doch beschleicht manch eine/r/m ein mulmiges Gefühl: Ist das auch sicher in der Kirche? Man hört ja vor allem von Infektionen bei Gottesdiensten und (religiösen) Versammlungen…

In der Tat scheint es, dass gerade Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen die Übertragung des SARS-2-Viruses begünstigen. Somit haben wir eine besondere Verantwortung für uns und andere, wenn wir Gottesdienst feiern. Zwar sind einige Beschränkungen inzwischen gelockert worden, aber Vorsicht und Achtsamkeit sind immer noch erforderlich.

Das heißt: Wir feiern Gottesdienste nur in der Christuskirche in Kapfenberg und bei Schönwetter vor der Kapelle in Turnau. Die Kapelle selbst ist zu klein, ebenso wie die Kirche in Palbersdorf.

Wir tragen einen Mund-Nasen-Schutz beim Betreten und Verlassen der Kirche und achten auf genügend Abstand bei der Wahl des Sitzplatzes. Der Mundschutz sollte nicht abgenommen werden, wenn der Abstand weniger als zwei Meter beträgt und muss beim Singen und Sprechen (Beten) getragen werden. Dazu werden die Fenster und die Eingangstür der Kirche während des Gottesdienstes offen gelassen, damit genügend Luftaustausch möglich ist.

Wenn Sie sich unwohl fühlen, sind Sie herzlich eingeladen, aus den diversen Angeboten zu wählen und fröhlich in der vertrauten Umgebung (Wohnung, Haus, Küchentisch) Gottesdienste zu erleben und Andachten zu feiern.

Befreit zur Hoffnung

Es ist das Befreiende von Karfreitag und Ostern, daß die Gedanken weit über das persönliche Geschick hinaus gerissen werden zum letzten Sinn alles Lebens, Leidens und Geschehens überhaupt und daß man eine große Hoffnung faßt.

Dietrich Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 49)

Zum 75. Todestag von Dietrich Bonhoeffer

Nachdem sich heute zum 75. Mal der Todestag von Dietrich Bonhoeffer jährt und mit dem Abend des Gründonnerstags der Vorabend zum Karfreitag ist, erlaube ich mir in und trotz aller Geschäftigkeiten in und trotz der aktuellen Situation einen Text zu verschicken, der mich in diesen Tagen wieder sehr umgetrieben hat. Es handelt sich um den Brief an Eberhard Bethge vom 21.8.1944 (DBW 8, S. 572.574 i. Ausz.):

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Glaubensbekenntnis nach Dietrich Bonhoeffer

Ich glaube,
daß Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten
dienen lassen.

Ich glaube,
daß Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandkraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns
selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müßte alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube,
daß auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und daß es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.

Ich glaube,
daß Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern daß er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 30f.

… dass ich dir werd ein guter Baum

7 Doch Segen soll über alle kommen, die allein auf mich, den Herrn, ihr Vertrauen setzen!
8 Sie sind wie Bäume, die am Wasser stehen und ihre Wurzeln zum Bach hin ausstrecken. Sie fürchten nicht die glühende Hitze; ihr Laub bleibt grün und frisch. Selbst wenn der Regen ausbleibt, leiden sie keine Not. Nie hören sie auf, Frucht zu tragen.

Jeremia 17, 7f (GNB)

Allein auf Gott vertrauen. Oder besser verständlich ausgedrückt: Das Vertrauen zu Gott soll über allem stehen. Egal, was kommt, was passiert. Dieses Vertrauen, so heißt es beim Propheten Jeremia,
steht unter dem Segen Gottes.
Wer ein solches Vertrauen hat, der ist wie ein Baum. Ein wunderbares Bild: Fest auf dem Boden stehend, ragt er zum Himmel. Eine schöne Verbindung. Aber nicht nur auf dem Boden, sondern verwurzelt im Boden, in der Erde. So wie im Himmel.
Aus der Kraft der Erde leben und aus der Kraft des Himmels. Wie ein Baum dürfen wir uns ausstrecken nach unten wie nach oben. Wer auf Gott vertraut, der kann auf dem Boden bleiben. Ja, ich denke, um auf dem Boden bleiben zu können, braucht es diesen Blick nach oben.
In Zeiten des gesellschaftlichen Wandels, der Sorge um die Gesundheit angesichts der Bedrohung durch Viren oder auch des ganz persönlichen
Wohlergehens hilft Vertrauen, das einen nicht abheben lässt, sondern auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Dabei aber immer den Blick auf den
behält, der das Leben gibt.
So lasst uns Wurzeln im Himmel schlagen!

Rudolf Waron