Evangelisch A.B. – Evangelisch H.B.

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Reformierte Stadtkirche Wien I., Dorotheergasse 16 / © Bwag/Wikimedia

Zwischen beiden Konfessionen gibt es einige Unterschiede, die aber ein friedliches Miteinander erlauben. Um die verschiedenen Anschauungen zu besprechen, treffen sich beide Gremien in der Generalsynode.

Mit Evangelisch A.B. bezeichnet man die Anhänger des Reformators Martin Luther (1483-1546), die sich nach dem Reichstag in Augsburg Evangelisch A.B. nannten.

Mit Evangelisch H.B. bezeichnet man die Anhänger der Reformatoren um Ulrich Zwingli (1484-1532) und Johannes Calvin (1509-1564) die in der Schweiz wirkten. Daher kommt die Bezeichnung Evangelisch H.B.

In der Kirche A.B. finden wir Altar, Altarbild, Kreuz und Kerzen. Dort bringt die Gemeinde ihre Lobopfer und Anbetung vor. Die Predigt beträgt ein Viertel der Gottesdienstzeit. Beim Abendmahl verwendet man eine Hostie. Wie ist Gott bei der Abendsmahlfeier gegenwärtig? Die Gegenwart von Leib und Blut Christi, ist allein durch den Glauben des Einzelnen möglich. Das „Augsburger Bekenntnis“ (1530) und die „Leuenburger Konkordie“ (1974) sind die Grundlagen des evangelischen Glaubens A.B. Die Erlösung des Menschen kann nur durch den Opfertod Christi erfolgen. Im Presbyterium (gewählter Vorstand der Kirchengemeinde) sollen entweder der Pfarrer, Kurator oder ein anderer Presbyter den Vorsitz führen. Die weltliche Organisation ist den geistlichen Belangen untertan. Die Trennung von geistlicher und weltlicher Materie ist strikt, jeder Bereich hat seine eigenen Gesetze. Wir sollen gute Werke tun als Dankbarkeit für das Erlösungswerk Jesu Christi.

In der Kirche H.B. gibt es keine kultischen Einrichtungsgegenstände. Es gibt keinen Altar, weil es nach dem Opfertod Jesus Christi kein Kultopfer mehr geben kann. Die Predigt beträgt etwa ein Drittel der Gottesdienst zeit. Beim Abendmahl verwendet man gewöhnliches Weißbrot. Die Teilnehmer am Abendmahl tun dies im Glauben und erkennen durch den Heiligen Geist, das Brot und Wein die Zeichen für die Gegenwart Jesus Christi sind. Das „Zweite Helvetische Bekenntnis“ (1566) und in Österreich die „Leuenburger Konkordie“ (1974) sind die Grundlagen der evangelischen Kirche H.B. Die Organisation der Kirche ist sichtbarer Ausdruck ihres Glaubens. Das Pfarrerehepaar regelt seine konfessionellen Probleme wie jedes österreichisches Paar in eigener Verantwortung. Im Presbyterium sollen der Kurator oder die Kuratorin den Vorsitz führen. Gottes Wort soll bewirken, das die Menschen die Welt nach seinem Willen gestalten. Um der Nächstenliebewillen muß die Kirche politische Verantwortung übernehmen. Wir wollen gute Werke tun, nicht um uns vor Gott Verdienste zu erwerben, sondern im Gehorsam seinen Geboten gegenüber.

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