Lebendiges Wasser

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Offenbarung 21,6

Ohne Wasser kein Leben: Wasser gehört zum täglichen Brot und ist untrennbar verbunden mit unserem Leben. Auch wenn es (noch) ein öffentliches Gut ist, so ist es doch endlich, wie viel zu viele Menschen auf dieser Welt am eigenen Körper erfahren, weil sie zu wenig oder doch zu wenig sauberes, trinkbares Wasser haben. Die Welt ist durstig und hungrig. Nicht nur nach Wasser und Nahrung, viele sehnen sich auch nach mehr Gerechtigkeit.

Jesus hat in der sog. “Bergpredigt” diese Menschen als “selig” bezeichnet und ihnen versprochen, dass sie satt werden sollen:

Selig sind, die hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden.

Matthäus 5,6

Mein dringlichster Wunsch für das kommende Jahr ist, dass alle, die sich nach Gerechtigkeit sehnen, etwas von diesem Versprechen erfahren können.

Ohne Wasser kein Leben. Wenn schon unser körperliches Durstgefühl grundlegend ist, so spricht die Jahreslosung vom Lebensdurst, spricht unsere ganze Existenz an. Was nährt uns? Aus welchen Quellen leben wir? Und welche Quelle kann unsere Sehnsucht stillen?
Das Bibelwort aus dem letzten Buch der Bibel nimmt unsere Sehnsucht auf. Es enthält keine Ratschläge, die dann doch nur zu ausgeklügelten Strategien der Selbstoptimierung verkommen oder zur vermeintlichen Kraft des positiven Denkens. Es spricht von der Quelle, von dem, der uns alle geschaffen hat. Wie können wir die Kraft Gottes in uns aufnehmen? Wie gelingt es uns, im Gebet, der Meditation, alleine oder gemeinsam mit anderen, dieser Kraft nach zu spüren und sie in uns lebendig werden zu lassen?
Ich denke, dass Spiritualität, die aus der Kraft des lebendigen Gottes gespeist wird, zur Freiheit in der Liebe führt – das hat uns Jesus schon vorgelebt. Und lässt schließlich uns selbst, die wir den Weg zur Quelle des Lebens finden, zu einer Quelle für andere werden.

Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des HERRN wird deinen Zug beschließen. Dann wirst du rufen und der HERR wird dir antworten. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich. Wenn du in deiner Mitte niemand unterjochst und nicht mit Fingern zeigst und nicht übel redest, sondern den Hungrigen dein Herz finden lässt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag.
Und der HERR wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre und dein Gebein stärken. Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.

Jesaja 58,7-11

So wünsche ich uns allen, dass wir zu einem Garten werden, blühend und lebendig – wohltuend für die Menschen, denen wir begegnen und der Stadt, in der wir leben.

Herzlichst,
Ihr
Pfr. Rudolf Waron

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