Glaubensbekenntnis nach Dietrich Bonhoeffer

Ich glaube,
daß Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten
dienen lassen.

Ich glaube,
daß Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandkraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns
selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müßte alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube,
daß auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und daß es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.

Ich glaube,
daß Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern daß er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 30f.

… dass ich dir werd ein guter Baum

7 Doch Segen soll über alle kommen, die allein auf mich, den Herrn, ihr Vertrauen setzen!
8 Sie sind wie Bäume, die am Wasser stehen und ihre Wurzeln zum Bach hin ausstrecken. Sie fürchten nicht die glühende Hitze; ihr Laub bleibt grün und frisch. Selbst wenn der Regen ausbleibt, leiden sie keine Not. Nie hören sie auf, Frucht zu tragen.

Jeremia 17, 7f (GNB)

Allein auf Gott vertrauen. Oder besser verständlich ausgedrückt: Das Vertrauen zu Gott soll über allem stehen. Egal, was kommt, was passiert. Dieses Vertrauen, so heißt es beim Propheten Jeremia,
steht unter dem Segen Gottes.
Wer ein solches Vertrauen hat, der ist wie ein Baum. Ein wunderbares Bild: Fest auf dem Boden stehend, ragt er zum Himmel. Eine schöne Verbindung. Aber nicht nur auf dem Boden, sondern verwurzelt im Boden, in der Erde. So wie im Himmel.
Aus der Kraft der Erde leben und aus der Kraft des Himmels. Wie ein Baum dürfen wir uns ausstrecken nach unten wie nach oben. Wer auf Gott vertraut, der kann auf dem Boden bleiben. Ja, ich denke, um auf dem Boden bleiben zu können, braucht es diesen Blick nach oben.
In Zeiten des gesellschaftlichen Wandels, der Sorge um die Gesundheit angesichts der Bedrohung durch Viren oder auch des ganz persönlichen
Wohlergehens hilft Vertrauen, das einen nicht abheben lässt, sondern auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Dabei aber immer den Blick auf den
behält, der das Leben gibt.
So lasst uns Wurzeln im Himmel schlagen!

Rudolf Waron