Wie im Himmel so auf Erden

Als Christinnen und Christen wollen wir Nächstenliebe solidarisch leben. Hier und jetzt.

Nicht schon wieder. Wenn die von der Kirche mit der Nächstenliebe daherkommen, dann geht es sicher um Geld, das sie einem oder einer aus der Tasche ziehen wollen. Stimmt (fast) immer, aber dazu später.

Liebe. Klingt gut, tut gut, aber dann wird es schon schwieriger. Wir sehnen uns alle nach Liebe, nach Geborgenheit und jemandem, bei dem wir ganz wir selbst sein dürfen. So kostbar diese Momente sind, so selten ist es uns vergönnt, eine solche Liebe zu spüren. Zu selten.

Und so ist Liebe oft viel mehr die Aufforderung zur Liebe und weniger die Anerkennung, selbst Geliebter oder Geliebte zu sein.

Wir sind Geliebte. Klingt schlüpfrig und übergriffig, ist es aber nicht. Geliebt zu sein, das können wir nicht machen oder gar verdienen. Liebe ist etwas, was sich ereignet, sie passiert.

Was wir aber wählen können und auch da nur bedingt, ist unser Nächster, unsere Nächste. Sie begegnen uns manchmal ungefragt und nicht immer passt es uns, wenn einer zu unserem Nächsten wird. Im Gleichnis vom barmherzigen Samariter lässt Jesus durchklingen, dass es oft ganz unerwartete Begegnungen sind, die uns zu Nächsten werden lassen.

Und schon merke ich, dass ich wieder zum Imperativ tendiere, á la „lasst uns doch endlich zu Nächsten werden für …“.

In einer anderen Rede spricht Jesus von den „Geringsten“, in denen er uns begegnet. Kirche hat aus dieser Rede die „Werke der Barmherzigkeit“ abgeleitet, zu denen wir berufen sind – jetzt ist er doch da, der Imperativ.

Oder doch nicht? „Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben.“
Wir begegnen jedem Menschen als Menschen. Das kann sehr schön sein und manchmal zugegeben etwas schwierig. So wie es mit uns Menschen eben ist. Keiner ist besser als ein anderer, auch wenn einzelne bedürftiger sind in einzelnen Bereichen. So braucht einer vielleicht mehr Zuwendung als eine andere. Psychische Ausnahmesituationen brauchen andere Formen der Zuwendung als finanzielle Notlagen. In manchem sind wir besser beim zuwenden, in anderen haben wir noch viel Potential. Was wir aber immer haben: Die Zusage Gottes, dass uns Gott uns selbst im Nächsten begegnet.

Naheliegend, dass wir allen Menschen Gelegenheit geben möchten, uns bei der Hilfe zu helfen. Jetzt kommt das mit dem Geld: Mit dem Solidaritätsfonds ist es uns möglich, Menschen in akuten Notlagen unbürokratisch zu helfen. Damit gegeben werden kann, braucht es auch Gebende, das ist einfacher kaufmännischer Logik geschuldet.

Tun: persönliches Engagement
Geben: Spenden
Beten: Fürbitte

Texte:
Gleichnis vom barmherzigen Samariter: Lukas 10, 25-37
Rede vom sog. „Weltgericht“: Matthäus 25, 31-46

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